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Interview mit Dr. Karl-Georg Altenburg, dem neuen Präsidenten des DTB.
Er ist 48 Jahre alt, Deutschland-Chef der US-Investment-Bank J.P. Morgan und seit dem 13. November der 16. Präsident des Deutschen Tennis Bundes: Dr. Karl-Georg Altenburg. Der neue Mann an der Spitze des DTB hat viel vor. Im Interview spricht der Vater von fünf Kindern über seine ersten Wochen im Amt, seine Pläne und über John McEnroe.
Herr Dr. Altenburg, viel Zeit ist seit Ihrer Wahl zum neuen DTB-Präsidenten noch nicht vergangen. Haben Sie schon einen Überblick über die Aufgaben, die vor Ihnen liegen?
Wir sind mitten in der Bestandsaufnahme und arbeiten daran, den Verband und seine Strukturen zu verstehen. Das ist notwendig, um im ersten Schritt die Finanzen zu konsolidieren und neue Erlösquellen zu erschließen. Ansonsten ist eine unserer Kernaufgaben, Tennis sowohl in der Spitze als auch in der Breite wieder attraktiver zu machen.
Sie fordern, Tennis müsse wieder „cool“ werden.
Wenn ich sage „cool“, so habe ich dabei vor allem Kinder und Jugendliche im Blick, die heute mit dem Internet und unzähligen anderen Möglichkeiten des Zeitvertreibs konfrontiert sind. Insgesamt müssen wir aktiver auf die Jugend zugehen und um sie werben – mit attraktiven Angeboten und einer zeitgemäßen Ansprache. Letztlich geht es für uns aber darum, alle Altersgruppen für den Tennissport zu begeistern. Das ist keine Zauberei, sondern vielmehr eine Frage des modernen Marketings.
Das heißt?
Der Sport ist der Gleiche geblieben. Aber im Auftritt und in der Art, wie wir Tennis anbieten, müssen wir moderner werden. Wir wollen neue Konzepte erarbeiten und versuchen, eine Marke aufzubauen. Nur so können wir das deutsche Tennis erfolgreich vermarkten und Unternehmen überzeugen, uns auf unserem Weg zu unterstützen.
Wie beurteilen Sie die derzeitige sportliche Situation bei den deutschen Damen und Herren?
Bei den Herren sehe ich viel Potential, schließlich haben unsere jetzigen Spitzenspieler schon beachtliche Erfolge erzielt. Bei den Damen könnte die Ausgangssituation kaum besser sein. Einigen von ihnen traue ich den Sprung nach ganz oben zu. Allen voran gilt das natürlich für Andrea Petkovic, die ich bereits persönlich kennengelernt habe. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit und arbeitet hart für ihren Erfolg.
Träumen auch Sie von einem neuen Grand-Slam-Sieger oder einer neuen Weltranglisten-Ersten aus Deutschland?
Tun wir das nicht alle? Damit dieser Traum Wirklichkeit wird, müssen aber viele Dinge zusammenpassen und ein bisschen Glück gehört auch mit dazu. Versprechen kann man so etwas nicht. Wir können die Entwicklung unserer jetzigen Spitzenspieler nicht mehr prägen, müssen natürlich aber für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen. Im Fokus steht vielmehr der Nachwuchs. Durch eine exzellente Jugendarbeit in der Breite wie in der Spitze erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, erfolgreiche Profis hervorzubringen.
Vorbilder sind für Kinder und Jugendliche enorm wichtig - auch im Tennis. Sie spielen selbst seit Ihrer Kindheit. Welcher Spieler hat Sie damals fasziniert?
Am meisten hat mich früher John McEnroe mit seinem begnadeten Volley-Stop begeistert. Er hatte Talent und Kampfeswillen und besaß eine Persönlichkeit und Ausstrahlung, die mich trotz oder gerade wegen all ihrer Ecken und Kanten fasziniert hat.
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